Orks

Der durch „Der Herr der Ringe“ bekannt gewordene J. R. R. Tolkien erfand sein Volk der Orks zu einem vorher deutlich anders belegten Begriff. Er stellt sie als humanoid, etwas kleiner als menschengroß, hässlich, von grauschwarzer Hautfarbe und krummbeinig dar. Es wird vermutet, dass Tolkien seine Orks basierend auf den Fomorii schuf, die aus der irischen Sage über die zweite Schlacht von Mag Tuireadh bekannt sind. Sie zerfallen in unzählige kleine Stämme mit stets ungehobelten und misstönenden Sprachen. Schwächere Orks und manchmal auch kriegsgefangene Elben, Menschen und Zwerge werden von den stärkeren Orks als Sklaven gehalten. Trotz ihrer Gerissenheit und ihres starken handwerklichen Geschicks führen die Orks letztendlich ein elendes Dasein und sind eher zerstörerisch als schöpferisch.

Im Ersten Zeitalter von Mittelerde züchtete Melkor (Morgoth) die Orks aus gefangenen Elben; Zitat: "Doch das halten die Weisen von Eressa für wahr, dass alle die Qendi, die in Melkors Hände fielen, ehe Utumno zerstört wurde, dort in Gefangenschaft kamen und durch die langsamen Künste der Folter verdorben und versklavt wurden; und so züchtete Melkor das ekle Volk der Orks, in Neid und Hohn den Elben nachgebildet, deren bitterste Feinde sie später waren. Denn die Orks hatten Leben und vermehrten sich ganz so wie die Kinder Iluvatars..." (aus dem Silmarillon). Quendi sind die Elben, die Iluvatar (der Obergott) zuerst in Mittelerde setzte. Kurz nach deren ersten Erwachen und bevor sie mit den Valar (engelsgleichen und unsterblichen Wesen) in Berührung kamen, flohen einige vor diesen und gerieten so in Melkors Gefangenschaft (dieser war übrigens auch mal Valar, lehnte sich aber gegen Iluvatar auf und wurde verbannt (Luzifer). Melkor schuf die Orks nach Tolkiens Beschreibung, mit undenkbaren Schmerzen und dunkler Magie. Als bleibende Folge dieser Behandlung sind einzelne Orks einzelnen Menschen oder Elben körperlich unterlegen; sie sind hauptsächlich wegen ihres Auftretens in großen Massen gefährlich. Des Weiteren hassen sie, gleichsam als Erinnerung an ihr früheres Elbendasein, im tiefsten Inneren ihren Herren. Einige unklare Hinweise in Tolkiens Büchern deuten darauf hin, dass die Orks ebenso wie die Elben als Erwachsene nicht mehr altern und so mehrere tausend Jahre alt werden können; die meisten sterben aber schon früh in ihren häufigen Kriegen und Streitereien mit anderen Völkern oder auch untereinander.

Genau wie die Elben verstehen sich die Orks auf ungewöhnlich wirksame Heilmittel, allerdings hinterlassen die Orksalben nach der Heilung häßliche Narben.

Auch im Zweiten und Dritten Zeitalter nutzen die Schurken, in diesem Falle Sauron und Saruman, Orks für ihre Zwecke; Saruman erschuf die Uruk-Hai, auch Uruks genannt, denen die Sonne anders als den früheren Orks nicht so viel ausmachte, und griff mit ihnen Rohan an. Von Sarumans Kriegerrasse heißt es, sie entstand möglicherweise durch Kreuzung von Mensch und Orks. Die Uruk-Hai sind größer und stärker als die Snagas („Sklaven“, die kleineren Orks); sie dienten daher als Soldaten. Im Buch Der kleine Hobbit treten sie als plündernde Banden auf, im Buch Der Herr der Ringe stellen sie ganze Armeen. Offenbar dienen nicht alle Orks irgendwelchen Herrschern. Es gibt über Mittelerde verstreute autonome Ork-Gruppen, wie die im Nebelgebirge oder in Moria.

Tolkien sah Orks nicht als böse an sich, sondern nur als von den Erzbösen verführte und verleitete Massen. Zum Beispiel verachten die Orks Kannibalismus und Treulosigkeit, obwohl beides bei ihnen häufig vorkommt; ihren bösen Herren unterwerfen sie sich nur aus Furcht, nicht aus Überzeugung, wenn irgend möglich agieren sie unabhängig. Einige Orks der Erzählungen zeigen eine Art Apparatschik-Mentalität: man erledigt seine Aufträge, aber die Gründe dafür oder die größeren Zusammenhänge will man möglichst nicht so genau wissen, um nicht einem der vielen Spitzel in den eigenen Reihen unangenehm aufzufallen.

In Bezug auf den Ersten Weltkrieg sagte Tolkien: "We were all orcs in the Great War" (Wir waren alle Orks im Großen Krieg); vielleicht drückte dies seine Antwort auf die Frage nach dem Ursprung und dem Wesen des Bösen aus.

Tolkien selbst hatte im höheren Alter zunehmend Probleme mit dem durch die Orks verkörperten Gedanken von „zum Bösen geborenen“, „untermenschlichen“ intelligenten Wesen - ein Gedanke, der im frühen 20. Jahrhundert in der ganzen westlichen Welt verbreitet war, der aber nach 1945 immer mehr in Misskredit geriet. Viele seiner letzten Aufzeichnungen zum Silmarillion versuchen philosophisch verschiedene Ansätze, wie sich die Orks in das grundsätzlich katholisch geprägte Weltbild Tolkiens besser einordnen lassen, ohne den bereits veröffentlichten Büchern offen zu widersprechen; zu einer ihn selbst zufriedenstellenden Lösung gelangte Tolkien nie.

Im englischen Original des Buches Der kleine Hobbit benutzte Tolkien das Wort Goblin (englisch für "Kobold") für die Orks. Im Silmarillion heißen sie oft Kobolde des Hasses. Wenn im englischen das Wort "Goblin" benutzt wird, so ist zumeist nicht der dem deutschen Sprachraum entspringende Kobold (Hausgeist, der sowohl positiv als auch negativ besetzt sein kann), sondern eher eine bösartige kleine Kreatur mit langen Armen gemeint. (Siehe auch Gremlin)

J. R. R. Tolkien über seine Orks:

„Orks und die Schwarze Sprache: Ork ist ... die Bezeichnung der anderen Völker für einen Angehörigen dieser üblen Rasse; im Sindarin (eine Elbensprache) lautet sie orch. Damit verwandt war sicherlich das Wort uruk aus der Schwarzen Sprache, obwohl es in der Regel nur für die großen Kampforks gebraucht wurde, die zu dieser Zeit aus Isengard und Mordor hervorströmten. Die niederen Rassen wurden snaga, Sklave, genannt, besonders von den Uruk-hai. Die Orks wurden zunächst von der Dunklen Macht des Nordens in den Ältesten Tagen gezüchtet. Es heißt, sie hätten keine eigene Sprache gehabt, sondern nur von anderen Sprachen aufgeschnappt, was sie brauchen konnten und es dann nach Lust und Laune verballhornt... Und weil diese Kreaturen so bösartig waren, dass sie sogar ihre Artgenossen hassten, sprachen sie bald ebenso viele barbarische Dialekte, wie es Gruppen oder Siedlungen ihrer Rasse gab, so dass ihnen die Orksprache im Verkehr zwischen den verschiedenen Stämmen nicht viel nützte. So kam es, dass sich im Dritten Zeitalter auch die Orks für die Verständigung von Gezücht zu Gezücht des Westrons (die allgemein gebräuchliche Menschensprache) bedienten...“

aus: Tolkien, J. R. R.: Der Herr der Ringe, übers.: Krege, Wolfgang, Anhang F: Die Sprachen und Völker des Dritten Zeitalters.

Dies und weitere Details aus HdR und Kleiner Hobbit lassen darauf schließen, dass nicht alle Orks in Armeen dienen, sondern sich:

  1. In verschiedene Stämme unterteilen
  2. An verschiedenen Orten Mittelerdes (v. a. im Nebelgebirge, im Düsterwald und in Moria) in Freiheit existieren.

Außerdem lassen sich folgende Rückschlüsse auf die orkische Kultur ziehen:

  1. Man befasst sich nur mit Dingen von praktischem Charakter, es sei denn, man kann andere damit aus Spaß ärgern
  2. Es gibt kein orkisches Gemeinschaftsgefühl an sich, sondern nur eine gewisse Gruppenloyalität (wie auch immer diese ausgeprägt sein mag)
Wie viel Uhr haben wir?
 
Danke
 
Danke dass du meine Hp besuchst.Schau dich mal um.Sich ins Gästebuch einzutragen ist nicht verboten.Bis dann!!!
 
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